Erdung mobiler Anlagen und temporärer Aufbauten

Mobile Anlagen und temporäre Aufbauten werden in vielen industriellen Bereichen eingesetzt – etwa für Wartungsarbeiten, Versuche, Umbauten, temporäre Produktionsschritte oder externe Einsätze. Gerade in diesen Situationen entstehen häufig elektrostatische Risiken, da feste Erdungsstrukturen fehlen oder nur provisorisch vorhanden sind.

Die sichere Erdung mobiler und temporärer Aufbauten ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Personen- und Explosionsschutzes und erfordert eine bewusste, anwendungsspezifische Planung.

Hintergrund

Warum mobile und temporäre Aufbauten besonders kritisch sind

Im Gegensatz zu fest installierten Anlagen sind mobile Aufbauten häufig durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:

  • wechselnde Einsatzorte

  • fehlende oder unbekannte Erdungsinfrastruktur

  • provisorische mechanische Aufstellung

  • kurze Einsatzdauer

  • manuelle Tätigkeiten und Eingriffe

Hinzu kommt, dass mobile Anlagen oft unter Zeitdruck aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Erdungsmaßnahmen werden dabei leicht übersehen oder unzureichend umgesetzt, obwohl elektrostatische Aufladung durch Bewegung, Reibung oder Strömung dennoch entsteht.


Typische Fehler

Typische Anwendungsfälle

Elektrostatische Erdung spielt bei mobilen und temporären Aufbauten unter anderem in folgenden Situationen eine Rolle:

  • mobile Abfüll- oder Umfüllstationen

  • temporäre Misch- oder Dosieranlagen

  • mobile Reinigungs- oder Spüleinrichtungen

  • Versuchs- und Testaufbauten

  • Wartungs- und Servicearbeiten an Anlagen

  • temporäre Produktionslinien oder Bypass-Lösungen

Gerade bei solchen Anwendungen ist häufig unklar, welche Komponenten leitfähig sind, wie sie miteinander verbunden sind und ob eine wirksame Erdverbindung zur Erde besteht.


Anforderungen

Besondere Anforderungen an die Erdung mobiler Aufbauten

Eine sichere Erdung mobiler Anlagen und temporärer Aufbauten muss mehreren besonderen Anforderungen gerecht werden:

  • Definierte Erdung trotz wechselnder Umgebung

    Die Erdung darf sich nicht auf zufällige Kontaktpunkte oder die Aufstellung verlassen, sondern muss gezielt hergestellt werden.

  • Zuverlässiger elektrischer Kontakt

    Provisorische Verbindungen, lackierte Flächen oder verschmutzte Kontaktstellen können die Wirksamkeit der Erdung beeinträchtigen.

  • Flexibilität und einfache Handhabung

    Erdungsmaßnahmen müssen schnell, eindeutig und reproduzierbar umsetzbar sein.

  • Beständigkeit über die Einsatzdauer

    Auch bei kurzen Einsätzen muss die Erdung während des gesamten Betriebs zuverlässig bestehen bleiben.


Praxis

Erdungsüberwachung bei temporären Anlagen

Gerade bei temporären Aufbauten ist häufig nicht sicher, ob eine Erdverbindung dauerhaft wirksam besteht. Erdungsüberwachungssysteme bieten hier einen entscheidenden Sicherheitsgewinn, da sie:

  • das Vorhandensein der Erdverbindung prüfen

  • den Ableitwiderstand überwachen

  • Unterbrechungen sofort erkennen

So kann sichergestellt werden, dass mobile Anlagen nur dann betrieben werden, wenn die Erdung tatsächlich wirksam ist. Besonders bei wechselndem Personal oder externen Dienstleistern reduziert dies das Risiko von Bedienfehlern erheblich.


Bedeutung

Erdung im Kontext von Sicherheit und Explosionsschutz

Auch mobile und temporäre Aufbauten können Teil explosionsgefährdeter Bereiche sein oder dort eingesetzt werden. In solchen Fällen gelten dieselben sicherheitstechnischen Grundsätze wie für fest installierte Anlagen:

  • Erdung vor Inbetriebnahme

  • durchgängige Erdung während des Betriebs

  • klare organisatorische Regelungen

  • eindeutige Verantwortlichkeiten

Die Erdung muss dabei in die jeweilige Gefährdungsbeurteilung eingebunden werden – unabhängig davon, ob der Aufbau dauerhaft oder nur vorübergehend genutzt wird.


Typische Fehler

Typische Fehler in der Praxis

Bei mobilen Anlagen und temporären Aufbauten treten häufig folgende Schwachstellen auf:

  • Erdung wird als „nicht notwendig“ eingeschätzt

  • provisorische Erdverbindungen ohne elektrische Prüfung

  • fehlende Dokumentation der Erdungsmaßnahmen

  • Erdung wird bei Standortwechseln nicht erneut bewertet

  • keine Überwachung des Erdungszustands

Diese Fehler bleiben oft unbemerkt, bis es zu Störungen oder gefährlichen Situationen kommt.


Einbindung in ein ganzheitliches Erdungskonzept

Mobile Anlagen und temporäre Aufbauten sollten nicht isoliert betrachtet werden. Sie sind Teil eines umfassenden Erdungskonzepts, das auch umfasst:

  • Erdung fester Anlagen

  • Erdung mobiler Gebinde (Fässer, IBCs)

  • Erdung von Tankfahrzeugen

  • Erdungsüberwachung in kritischen Prozessen

Ein konsistentes Konzept erleichtert die sichere Umsetzung – auch bei wechselnden Einsatzorten.


Zusammenhang mit dem übergeordneten Thema Erdung

Die sichere Erdung mobiler Anlagen und temporärer Aufbauten baut direkt auf den Grundlagen der elektrostatischen Erdung in industriellen Prozessen auf. Sie stellt ein besonders praxisnahes Anwendungsfeld dar, da hier technische, organisatorische und zeitliche Faktoren eng zusammenwirken.

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Praxis-Hinweis:

Auch temporäre Anlagen benötigen eine definierte Erdung – Dauer und Mobilität ersetzen keine Sicherheitsmaßnahme.


Schnick Systemtechnik

Warum Schnick Systemtechnik?

Die Erdung mobiler Anlagen und temporärer Aufbauten erfordert Erfahrung in der Bewertung wechselnder Einsatzbedingungen sowie in der Umsetzung praktikabler Erdungslösungen. Schnick Systemtechnik unterstützt Anwender bei der anwendungsspezifischen Planung und Umsetzung von Erdungskonzepten, die auch unter wechselnden Bedingungen zuverlässig funktionieren.

Dabei stehen Praxistauglichkeit, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit im Vordergrund.

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