Erdung von Big Bags (FIBC) in Schüttgut- und Staubprozessen

Big Bags (FIBC – Flexible Intermediate Bulk Container) werden in zahlreichen industriellen Prozessen zum Transport, zur Lagerung und zur Dosierung von Schüttgütern eingesetzt. Gerade in diesen Anwendungen treten häufig elektrostatische Aufladungen und explosionsfähige Atmosphären gleichzeitig auf. Die sichere Erdung von Big Bags ist daher ein zentraler Bestandteil des Explosions- und Personenschutzes.

Besonders kritisch sind Entleer- und Befüllprozesse, bei denen Staubwolken entstehen und gleichzeitig intensive Reibungs- und Trennvorgänge stattfinden. Ohne geeignete Erdungsmaßnahmen können sich gefährliche Ladungen aufbauen, die sich in Form von Funken oder anderen Entladungen freisetzen.

Hintergrund

Warum Big Bags ein besonderes elektrostatisches Risiko darstellen

Im Vergleich zu Fässern oder IBCs weisen Big Bags mehrere Besonderheiten auf, die die Erdung anspruchsvoll machen:

  • flexible, textilbasierte Materialien

  • unterschiedliche elektrostatische Eigenschaften je nach Bauart

  • wechselnde Aufhängungen und Kontaktpunkte

  • häufige manuelle Eingriffe

  • Staubprozesse mit niedriger Mindestzündenergie

Hinzu kommt, dass Big Bags oft nur temporär in den Prozess eingebunden sind. Erdungsverbindungen werden manuell hergestellt und unterliegen damit einem erhöhten Fehlerrisiko.


Typische Fehler

Typische Fehler in der Praxis

In der Praxis treten bei Big Bags immer wieder ähnliche Schwachstellen auf:

  • fehlende oder vergessene Erdungsverbindungen

  • Erdung an ungeeigneten oder verschmutzten Kontaktstellen

  • Beschädigungen an leitfähigen Fäden oder Kontakten

  • Annahme, dass bestimmte Big-Bag-Typen keine Erdung benötigen

  • fehlende Kontrolle des Erdungszustands während des Prozesses

Diese Fehler bleiben häufig unbemerkt, da elektrostatische Aufladung nicht sichtbar ist – bis es zur Entladung kommt.


Anforderungen

Anforderungen an eine sichere Erdung von Big Bags

Eine wirksame Erdung von Big Bags muss mehrere Kriterien erfüllen:

  • Definierter Erdungspunkt

    Der Big Bag muss über einen vorgesehenen Erdungspunkt oder ein geeignetes Ableitsystem mit der Erde verbunden werden.

  • Zuverlässiger elektrischer Kontakt

    Die Erdungsverbindung muss leitfähig, sauber und mechanisch stabil sein.

  • Kontinuität während des gesamten Prozesses

    Die Erdung darf weder vorzeitig gelöst noch unbeabsichtigt unterbrochen werden.

  • Einfache und eindeutige Handhabung

    Klare Abläufe reduzieren die Fehleranfälligkeit, insbesondere bei manuellen Tätigkeiten.

Gerade bei häufig wechselnden Big Bags ist eine standardisierte Vorgehensweise entscheidend.


Praxis

Erdungsüberwachung bei Big-Bag-Anwendungen

In sicherheitsrelevanten Schüttgut- und Staubprozessen kommen zunehmend überwachte Erdungssysteme zum Einsatz. Diese prüfen kontinuierlich, ob:

  • eine Erdungsverbindung vorhanden ist

  • der Ableitwiderstand im zulässigen Bereich liegt

Erst bei korrekt hergestellter Erdung wird der Prozess freigegeben. Unterbrechungen oder Fehlanschlüsse werden sofort erkannt. Dadurch lassen sich typische Bedienfehler vermeiden und Sicherheitsmaßnahmen direkt in den Prozess integrieren.


Bedeutung

Einbindung in das Explosionsschutzkonzept

Die Erdung von Big Bags darf nicht isoliert betrachtet werden. Sie ist Teil eines umfassenden Explosionsschutzkonzepts, das unter anderem umfasst:

  • die Bewertung der Staubexplosionsgefahr

  • die Erdung angrenzender Anlagenteile

  • den Potenzialausgleich zwischen Komponenten

  • organisatorische Maßnahmen und Schulungen

Gerade bei Staubprozessen mit sehr niedriger Mindestzündenergie ist eine konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen entscheidend für die Sicherheit.


Zusammenhang mit dem übergeordneten Thema Erdung

Die sichere Erdung von Big Bags baut direkt auf den Grundlagen der elektrostatischen Erdung in industriellen Prozessen auf. Sie stellt eines der anspruchsvollsten Anwendungsfelder dar, da Materialeigenschaften, Prozessdynamik und Sicherheitsanforderungen eng miteinander verknüpft sind.

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Praxis-Hinweis:

Auch bei als „ableitfähig“ gekennzeichneten Big Bags ist eine korrekte Einbindung in das Erdungskonzept entscheidend – Annahmen ersetzen keine Prüfung.


Schnick Systemtechnik

Warum Schnick Systemtechnik?

Schnick Systemtechnik ist Anwendungsexperte für die Erdung von Big Bags in Schüttgut- und Staubprozessen.

Der Schwerpunkt liegt auf der anwendungstechnischen Bewertung elektrostatischer Risiken und der sicheren Umsetzung prozessangepasster Erdungskonzepte.

Die sichere Erdung von Big Bags stellt besondere Anforderungen an Planung und Umsetzung. Unterschiedliche Big-Bag-Typen, wechselnde Prozessbedingungen sowie Staub- und Explosionsrisiken erfordern eine anwendungsspezifische Betrachtung, die über pauschale Lösungen hinausgeht.

Schnick Systemtechnik unterstützt Anwender bei der Bewertung elektrostatischer Risiken in Big-Bag-Anwendungenund bei der Auslegung geeigneter Erdungs- und Überwachungskonzepte. Dabei werden sowohl die eingesetzten Big-Bag-Typen als auch der konkrete Prozess – von der Befüllung über die Entleerung bis zu manuellen Eingriffen – berücksichtigt.

Ein besonderer Fokus liegt auf sicherheitsrelevanten Schüttgut- und Staubprozessen sowie auf der zuverlässigen Integration der Erdung in bestehende Anlagen und organisatorische Abläufe. Schnick begleitet seine Kunden von der Analyse über die Umsetzung bis zur Inbetriebnahme und Optimierung der Erdungslösung.

Ziel ist eine praxisgerechte und reproduzierbare Erdung von Big Bags, die im industriellen Alltag zuverlässig funktioniert und elektrostatische Risiken wirksam minimiert.

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