Erdung von Fässern, IBCs und mobilen Gebinden
Mobile Gebinde wie Fässer, IBCs oder Container zählen zu den häufigsten Schwachstellen im Umgang mit elektrostatischer Aufladung. Sie werden bewegt, ausgetauscht und nur temporär in Prozesse eingebunden – genau dort entstehen jedoch häufig hohe elektrostatische Ladungen. Eine fehlende oder unzureichende Erdung kann in diesen Situationen zu gefährlichen Funkenentladungen führen.
Besonders kritisch ist dies bei Abfüll-, Umfüll- oder Entleerprozessen, bei denen brennbare Flüssigkeiten, Dämpfe oder Stäube vorhanden sind. Die sichere Erdung mobiler Gebinde ist daher ein zentraler Bestandteil des Explosions- und Personenschutzes.
Warum mobile Gebinde ein erhöhtes Risiko darstellen
Im Vergleich zu Fässern oder IBCs weisen Big Bags mehrere Besonderheiten auf, die die Erdung anspruchsvoll machen:
flexible, textilbasierte Materialien
lackierte oder isoliert verschmutze Kontaktflächen
unterschiedliche elektrostatische Eigenschaften je nach Bauart
wechselnde Aufhängungen und Kontaktpunkte
häufige manuelle Eingriffe
Staubprozesse mit niedriger Mindestzündenergie
Hinzu kommt, dass Big Bags oft nur temporär in den Prozess eingebunden sind. Erdungsverbindungen werden manuell hergestellt und unterliegen damit einem erhöhten Fehlerrisiko.
Typische Fehler in der Praxis
In vielen Betrieben ist die Erdung mobiler Gebinde zwar grundsätzlich vorgesehen, wird jedoch nicht konsequent umgesetzt. Häufige Fehler sind:
Erdung wird erst nach Prozessbeginn angeschlossen
Erdungsklemmen greifen auf lackierten, beschichteten oder verschmutzten Oberflächen
Erdungsverbindungen werden nur visuell, nicht elektrisch geprüft
Erdung wird bei Prozessunterbrechungen gelöst und nicht wieder hergestellt
Diese Fehler führen dazu, dass die Erdung scheinbar vorhanden, technisch jedoch unwirksam ist.
Grundanforderungen an eine sichere Erdung mobiler Gebinde
Eine wirksame Erdung von Fässern, IBCs und mobilen Gebinden muss mehrere Anforderungen erfüllen:
Zuverlässiger elektrischer Kontakt
Die Erdung muss leitfähig mit dem Gebinde verbunden sein. Lacke, Beschichtungen oder Verschmutzungen dürfen den Kontakt nicht beeinträchtigen.
Geeigneter Ableitwiderstand
Der elektrische Widerstand gegen Erde muss im zulässigen Bereich liegen, damit Ladungen kontinuierlich abfließen können.
Kontinuität während des gesamten Prozesses
Die Erdverbindung muss vom Beginn bis zum Ende des Abfüll- oder Umfüllvorgangs bestehen bleiben.
Einfache und reproduzierbare Handhabung
Je einfacher die Erdung im Alltag anzuschließen ist, desto geringer ist die Fehleranfälligkeit.
Erdungsüberwachung bei mobilen Gebinden
In sicherheitsrelevanten Anwendungen reicht eine passive Erdung häufig nicht aus. Erdungsüberwachungssysteme prüfen kontinuierlich, ob:
eine Erdungsverbindung vorhanden ist
der Ableitwiderstand im zulässigen Bereich liegt
Erst bei korrekt hergestellter Erdung wird der Prozess freigegeben, beispielsweise für den Start eines Abfüllvorgangs. Unterbrechungen oder Fehlanschlüsse werden sofort erkannt.
Diese Überwachung erhöht die Prozesssicherheit erheblich und reduziert das Risiko von Bedienfehlern – insbesondere bei wechselndem Personal oder häufigen Gebindewechseln.
Besonderheiten in explosionsgefährdeten Bereichen
In explosionsgefährdeten Bereichen ist die Erdung mobiler Gebinde keine optionale Maßnahme, sondern fester Bestandteil des Explosionsschutzkonzepts. Gerade hier treten mobile Gebinde häufig als potenzielle Zündquelle auf, wenn sie nicht zuverlässig geerdet sind.
Wesentlich sind dabei:
Erdung vor Prozessbeginn
durchgängige Erdung während des gesamten Vorgangs
klare organisatorische Abläufe
eindeutige Verantwortlichkeiten
Die Erdung mobiler Gebinde muss stets in die jeweilige Gefährdungsbeurteilung eingebunden sein.
Einbindung in ein ganzheitliches Erdungskonzept
Die Erdung von Fässern, IBCs und mobilen Gebinden ist kein isolierter Einzelpunkt, sondern Teil eines umfassenden Erdungskonzepts. Dazu gehören unter anderem:
Erdung angrenzender Anlagenteile
Potenzialausgleich zwischen verbundenen Komponenten
Schulung von Bedienern
regelmäßige Prüfung und Wartung der Erdungsverbindungen
Nur wenn alle diese Aspekte berücksichtigt werden, lässt sich das Risiko elektrostatischer Entladungen zuverlässig minimieren.
Zusammenhang mit dem übergeordneten Thema Erdung
Die hier beschriebenen Maßnahmen bauen direkt auf den Grundlagen der elektrostatischen Erdung in industriellen Prozessen auf. Mobile Gebinde stellen eines der praxisrelevantesten Beispiele dar, bei dem Theorie und Umsetzung besonders eng miteinander verknüpft sind.
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Praxis-Hinweis:
Mobile Gebinde sollten grundsätzlich geerdet werden, bevor elektrostatische Aufladung entstehen kann – nicht erst dann, wenn der Prozess bereits läuft.
Warum Schnick Systemtechnik?
Schnick Systemtechnik unterstützt industrielle Anwender bei der anwendungstechnischen Auslegung und Umsetzung elektrostatischer Erdungskonzepte. Der Fokus liegt dabei nicht auf einzelnen Komponenten, sondern auf der sicheren Beherrschung elektrostatischer Risiken im konkreten Prozess.
Ausgangspunkt ist stets die Betrachtung der realen Anwendung: Wo entstehen elektrostatische Aufladungen? Welche leitfähigen Komponenten sind beteiligt? Und unter welchen Betriebsbedingungen können gefährliche Entladungen auftreten? Auf dieser Basis werden Erdungsmaßnahmen ausgewählt und so in bestehende Anlagen und Abläufe integriert, dass sie im täglichen Betrieb zuverlässig funktionieren.
Besonderes Augenmerk gilt sicherheitsrelevanten Anwendungen, etwa bei mobilen Gebinden, temporären Aufbauten oder in explosionsgefährdeten Bereichen. Hier begleitet Schnick Systemtechnik Kunden von der Analyse über die Umsetzung bis zur Inbetriebnahme und Optimierung der Erdungslösung.
Der Anspruch ist eine praxisgerechte, nachvollziehbare und dauerhaft wirksame Erdung – abgestimmt auf Prozess, Umgebung und organisatorische Rahmenbedingungen.
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